Zur Geschichte des 1. Mai

logo3-1-maiDer 1. Mai hat in der Geschichte der Sozialdemokratie und der ArbeiterInnenbewegung eine ganz besondere Bedeutung. Die Vorgeschichte der Mai-Feiern war blutig: Ein Streik amerikanischer Arbeiter, die in den Maitagen 1886 in Chicago für die Einführung des Acht-Stunden-Arbeitstages gekämpft hatten, endete mit einer gewalttätigen Polizeiaktion. Dabei wurden 17 Menschen getötet und über 100 verletzt. Den vermeintlichen Rädelsführern wurde ein umstrittener Prozess gemacht, der mit der Hinrichtung von vier Angeklagten endete. Wie sich dieser traditionsträchtige Tag weiter entwickelt hat kann man auf der Seite des Renner Instituts nachlesen.

Aber die politischen Grenzen verschwimmen: Einst war die SPÖ die traditionelle Arbeiter-Partei. Sogar per definitionem: Ihre Wurzeln liegen in der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei von Viktor Adler. Doch nach und nach wandte sich ihre Kernklientel ab.

Nicht der erste, aber ein sehr deutlicher Beweis dafür war die Bundespräsidentenwahl vergangenen Sonntag. Der rote Kandidat Rudolf Hundstorfer erzählte zwar in seinem Werbevideo vom sozialen Aufstieg seiner Familie: die Mutter Hausfrau, der Vater Arbeiter. Die Toilette in der Wohnung liegt am Gang. Erst später ziehen sie in eine Genossenschaftswohnung mit eigenem Bad. Und dennoch: Hundstorfer erhielt laut einer Befragung des Sora-Instituts unter den Arbeitern nur zehn Prozent der Stimmen. FPÖ-Kandidat Norbert Hofer hingegen eine absolute Mehrheit von 72 Prozent.

Ein ähnliches Bild zeigte sich bei der vergangenen Nationalratswahl: Unter den Arbeitern erzielte die SPÖ 25 Prozent. Die FPÖ ganze 34 Prozent. Bei der EU-Wahl 2014 waren die Freiheitlichen unter den Arbeitern mit 46 Prozent sogar fast doppelt so stark wie die SPÖ (mit 24 Prozent). Zum feiern gibt es für die österreichische Sozialdemokratie also reichlich wenig. Und zu ändern gäbe es sehr viel, sonst gibt es in einigen Jahren überhaupt keine Menschen mehr, die an den Feiern am 1. Mai teilnehmen.

 

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