HIV und der Life Ball – Glamour vs. Realität

ampelDas Wiener Rathaus verwandelt sich in eine goldene Märchenwelt. Tausende Menschen scharen sich mitten in Wien um einen Laufsteg, sie erwarten die pompöse Modenschau und die feierliche Eröffnung. Gäste in prächtig-schrillen Kostümen nähern sich dem Eingang, Prominente aus aller Welt tummeln sich am Roten Teppich. Es ist ein Fest der Lebensfreude, das sich den Kampf gegen AIDS auf die Fahnen schreibt – der Life Ball! Gemeinsam mit Gary Keszler gründete 1992 der damals selbst von HIV betroffene Arzt Torgom Petrosian Life Aid und initiierte so das heute wohl weltweit größte Charity Event zugunsten von HIV und AIDS.

HIV, AIDS, Aufklärung und Prävention – gerade in Österreich wurde und wird viel unternommen, um Neuinfektionen zu vermeiden. Vor allem die Übertragung des Virus durch sexuelle Kontakte steht hier im Mittelpunkt. Eine Gruppe, die neben der Diagnose HIV positiv noch mit einer anderen chronischen Erkrankung ihr Leben zu bewältigen haben, kommt dabei selten zu Wort. Die Rede ist von suchtkranken Menschen.

Vielleicht, weil man die Aufmerksamkeit der Prävention nicht auf diese „Randgruppe“ lenken wollte oder vielleicht auch weil Suchtkranke nicht so ganz in die Glitzerwelt von Charity Aktionen wie dem Life Ball passen.

Suchtkranke Personen stellen eine Risikogruppe dar, die man auch weiterhin bei der Aufklärung und Prävention von HIV und AIDS nicht außen vor lassen darf! Häufig wird dieser Gruppe weniger Mitgefühl oder Verständnis entgegen gebracht als beispielsweise jemandem, der durch ungeschützten Geschlechtsverkehr infiziert wurde. Dennoch -oder gerade deshalb – ist es wichtig, dieses Thema offensiv anzugehen, Öffentlichkeit zu schaffen und den Betroffenen eine Stimme zu verleihen, auch bei uns am Land!

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