Was sind die Bildungsgemeinderäte und wozu brauchen wir sie?

Walter Matzka wurde bei der letzten Gemeinderatsitzung als Bildungsgemeinderat nominiert. Diese Aufgabe stellt eine große Herausforderung dar.

Die Funktion der Bildungsgemeinderäte wurde mit 1. Jänner 2013 eingeführt. Alle niederösterreichischen Gemeinden wurden per Beschluss des Landtages dazu verpflichtet, Personen des Gemeinderates als Bildungsgemeinderäte zu benennen. Damit soll der wachsenden Bedeutung von Bildung vor Ort und lebenslangem Lernen Rechnung getragen werden.

Viele Bildungseinrichtungen, die an die Pflichtschule anschließen, finden sich außerhalb unserer Wohnorte, meist in größerer Entfernung. Sie dienen im herkömmlichen Sinne der beruflichen Erstausbildung oder der höheren Schulbildung und später – im Erwachsenenalter – der beruflichen Weiterbildung.

Wir stehen heute vor der Herausforderung, uns selbst und unsere Kinder fit machen zu müssen für eine globalisierte Welt, in der nicht nur Waren und Dienstleistungen um die Welt gehen, sondern auch Konflikte und Krisen. Institutionen wie die Kirche oder politische Parteien tun sich dabei immer schwerer, den Menschen ausreichend Halt und Schutz zu bieten und ihnen Lösungen für den Umgang mit schwierigen Problemen anzubieten. Das Leben der Menschen wird zudem individueller und daher gibt es nicht mehr die eine Lösung, die für alle passt. Vielmehr sind wir alle gefragt, wie wir mit Zuständen, Situationen, Problemen, Fragestellungen des täglichen Lebens umgehen wollen. Dazu braucht es Angebote, die es uns ermöglichen, dazu zu lernen, um mit diesen Zuständen etc. besser zurecht zu kommen.

Ein Bildungsgemeinderat kann erforschen, welche Themen für die Menschen im Ort wichtig sind, was sie von ihrer Gemeinde an Unterstützung oder Hilfestellung erwarten, was sie an der Gemeinde gut finden, was sie vermissen. Wenn es heißt, ein Bildungsgemeinderat soll das lebenslange Lernen fördern, dann ist damit nicht gemeint, dass er den x-ten Computerkurs organisieren soll. Dann ist damit gemeint, dass es Bedürfnisse der BürgerInnen gibt, die sich mit den vorhandenen Mitteln, Ressourcen und Strategien nicht decken lassen. Und dass in diesem Zusammenhang Neues gelernt werden muss, ob das jetzt Fachwissen zu einem bestimmten Thema ist oder einfach, wie wir mit unseren Nachbarn oder Neuzugezogenen in der Gemeinde umgehen und sie besser integrieren können.

Ob es nun der Kontakt zu PflichtschülerInnen ist, zu Jugendlichen, jungen Familien, Neuzugezogenen, arbeitslosen Menschen, behinderten Menschen oder SeniorInnen – in jedem Lebensabschnitt und in jedem Lebenszusammenhang gibt es Lernfelder und Lernbedarfe, angefangen beim bloßen Verstehen von Ursachen und Gründen bis zum konkreten Umsetzen von Handlungen. Viel Arbeit also oder anders gesagt: Viele Möglichkeiten für einen Bildungsgemeinderat, die BürgerInnen besser verstehen zu lernen, auf deren Bedarfe und Bedürfnisse adäquat zu reagieren und sich nebenbei in der Bildungsarbeit und in der politischen Funktion zu profilieren.

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