Stabilitätspaket – Solidarbeitrag für Spitzen-VerdienerInnen und Immobilienspekulations- und Umwidmungssteuer

Einkommen von mehr als 150.000 Euro pro Jahr werden in Zukunft einen größeren Teil zum Steueraufkommen beitragen.  Betroffen sind von der neuen Regelung rund 20.000 SpitzenverdienerInnen, also 0,3 Prozent der Erwerbstätigen in Österreich. 9.000 Menschen davon sind ArbeitnehmerInnen, während die Zahl der UnternehmerInnen 11.000 beträgt. Diese 20.000 Menschen werden 110 Millionen pro Jahr bis zum Jahr 2016 beitragen.

  • Zwischen einem Jahreseinkommen von 60.000 Euro und 150.000 Euro (Bemessungsgrundlage) bleibt der bisherige Spitzensteuersatz von 50% bestehen.
  • Ab 150.000 Euro Jahreseinkommen ist für das darüberliegende Einkommen ein Zuschlag zum Spitzensteuersatz von rd. 3,5% zu entrichten.
  • Der Zuschlag erhöht sich für Einkommensanteile über 300.000 Euro auf rd. 5% und für Einkommensanteile über 500.000 Euro auf rd. 7,5%. 
  • Umgesetzt wird die Regelung über die Sechstelbegünstigung und den Gewinnfreibetrag bei Selbstständigen.

Das reichste Zehntel der ÖsterreicherInnen besitzt 85% aller Nebenimmobilien (mit einem Gesamtwert von rund 370 Milliarden Euro). Während 40% der Österreicherinnen und Österreich überhaupt keine Immobilien besitzen, in einer Mietwohnung wohnen und ihre Ersparnisse in den meisten Fällen auf ein Sparbuch legen. Dort bezahlen sie 25% Steuern auf die Zinsgewinne. Hätten diese Menschen ihr Geld bisher statt auf einem Sparbuch in eine Nebenimmobilie investiert, brauchten sie nur zehn Jahre warten und die Gewinne aus einem Verkauf dieser Immobilie waren steuerfrei. War aber nicht möglich, weil den Menschen, die gar keine Immobilien besitzen und den vielen, die nur das Haus und die Wohnung, in der sie selbst wohnen gehört, einfach das Geld fehlt, um mit Zweit- und Drittimmobilien zu spekulieren.

Dass diese Form der Spekulation ganz einfach eine Frage des nötigen Geldes ist, zeigt schon, wo in Österreich die meisten Zweitwohnsitze liegen: Im 1. Wiener Bezirk (13,6%), in Zell am See (12,3%) und in Kitzbühel (11,2%). Gegenden, die für ihre hohen Immobilienpreise bekannt sind. Liegt doch der Preis pro Quadratmeter Wohnraum z.B. in Kitzbühel zwischen 8.000 Euro (akzeptable Lage) und 17.000 Euro (gute Lage).

  • Die Spekulationsfrist bei Immobilienveräußerung wird abgeschafft
  • Weiterhin ausgenommen aus der neuen Regelung sind alle Hauptwohnsitze
  • Bei Immobilien und Grundstücken, die nach dem  Stichtag 2002 gekauft wurden, wird der Gewinn aus dem Verkauf mit 25% besteuert
  • Immobilien, die vor dem Stichtag 2002 gekauft wurden:
    • Bei Umwidmungen werden 15% des Verkaufspreises eingehoben
    • Bei sonstigen Nebenwohnsitzen entfallen 3,5%, ebenfalls auf die gesamte Verkaufssumme

Beispiele aus Medien, um welche Summen typische Nebenwohnsitze gehandelt werden:

  • 150m2 Penthouse am Wörther See mit 230m2 Terrasse. Kaufpreis: 1,74 Millionen Euro.
  • 260 m2 großes Penthouse mit 245 m2 großer Terrasse in Bucht zwischen Pörtschach und Krumpendorf. Kaufpreis: 3 Millionen Euro.
  • „Bezauberndes Winzerhaus“ in Wien 19.: 180m2 Wohnfläche, schöner Garten: Kaufpreis: 1,5 Millionen Euro.
  • Single-Apartment, Nähe Graben, 65m2. Kaufpreis: 780.000 Euro.

Veröffentlicht von michaelmrak

Learn from the past, dream of the future and live in the present.

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