Über die Wehleidigkeit der FPÖ – auch in Großweikersdorf

Skurriles gab es im weihnachtlichen FPÖ Gemeindekurier zu lesen. GGR Hintermayer widmete eine volle Seite der Tatsache, dass wir uns mit der von ihm groß angekündigten und am 28. Juni 2011 von der FPÖ abgehaltenen „Informationsverantstaltung“ zum Thema Gentechnik näher befasst haben. Auf die in diesem Artikel ausgesprochenen Vorwürfe können wir gar nicht näher eingehen, das wäre zu lächerlich. Nur soviel, die von der FPÖ Großweikersdorf ausgesprochenen Vorwürfe entsprechen in keinster Weise den Tatsachen, wie man übrigensa sehr gut nachverfolgen kann. Alles was wir geschrieben haben lässt sich ja sehr leicht nachlesen.

Dass wir keine Informationen aus geheimen Ausschusssitzungen weitergeben versteht sich von selbst, keine Ahnung was GGR Hintermayer hier ansprechen will? Die besagte „Informationsverantstaltung“ der FPÖ Großweikersdorf, nach unserer Meinung eine versteckte Anti-EU Parteiveranstaltung, wurde jedenfalls damals öffentlich angekündigt, genau deswegen haben wir ja erst davon erfahren.

Dass wir „gehässige Parteiartikel“ verfassen wäre uns neu. Das zu entscheiden mögen aber unsere geneigten Leser gerne beurteilen. Wenn wir hingegen durch Recherchen und weitergehende Hintergrundinfos herausfinden, dass ein so sensibles Thema wie Gentechnik für populistische Wählerfängerei mißbraucht wird, wird man das wohl schwer als „gehässig“ bezeichnen können. Nur weil man lauter schreit hat man noch lange nicht Recht.

Aber nun zu den Fakten, nicht gehässig wie man uns seitens der FPÖ Großweikersdorf  unterstellen will, sondern nur auf Grund von Recherchen selbst herausgefunden (das kann im übrigend jeder selbst machen, der mit Google & Co umgehen kann):

Was hält der geneigte Leser von dieser Aussage: „Ja zum gentechnikfreien Österreich – NEIN ZUR EU“? Zu finden unter anderem hier: http://gentechnikfreies-oesterreich.blogspot.com/2010/04/fpo-hofer-neuerliche-monsanto.html und durch FPÖ Mandatar Hofer auch so formuliert. Warum wird das berechtigte Anliegen „Gentechnik“ von der FPÖ ständig mit der Forderung nach einem EU Austritt vermischt? Klaus Faißner, einer der Agitaroren in diesem Dunstkreis zeichnet sich übrigens ständig durch undifferenzierte  Kritik an der EU aus. Soll uns ja Recht sein, es gilt ja gottseidank in Österreich die freie Meinungsäußerung für alle, aber was hängt das mit dem Thema Gentechnik zusammen?

Über den Vortragenden vom 28. Juni gibt es einiges zu lesen im Internet. Seit seiner Jugend arbeitete Gottfried Glöckner in Ställen und auf dem Acker. Immer wirtschaftete er konventionell, sprühte Herbizide und Insektizide nach Plan, um das Futter für seine Kühe zu ernten. Sein Ehrgeiz war, die Ernten zu erhöhen, die Leistung seiner Kühe zu steigern. Nie wollte er ein Ökolandwirt sein, der vermeintlich Besseres in geringerer Menge herstellt. Glöckner wollte immer Gutes in möglichst großer Menge.

Gern testete er neue Pflanzenschutzmittel, neue Futterzusätze. Er sah keine Risiken darin. Schließlich war alles erprobt, analysiert, zertifiziert. Und wenn unerwartet doch einmal Probleme auftauchen sollten, ließen sie sich mit Hilfe der Technik lösen. Das System funktioniert, daran glaubte Glöckner fest. Er war der perfekte Verbündete der Gentech-Industrie. Bis zum Sommer 2001, als ihm fünf Kühe starben, und ihr Tod sein Weltbild in Trümmer legte. Er hatte den Mais in Verdacht und wurde so zum Kronzeugen der Anti-Gentechnik-Aktivisten. Wissenschaftler vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) untersuchte den Fall und kamen zu dem Schluss, dass unzureichende Qualität von Grassilage, die Glöckner zusätzlich verfütterte, die Ursache war. In einigen der Tiere konnten die Veterinäre Botulismus-Bakterien identifizieren.

Aber die Welt ist trotzdem wieder berechenbar für Glöckner, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Die Gentechnik ist nicht gut, sondern böse. Experten sind nicht verlässlich, sie lügen. Glöckner ist wieder ein perfekter Verbündeter, diesmal von Umweltschutzaktivisten. In gewisser Weise hat er sich nicht bewegt, ist er sich treu geblieben.

Soweit zu den Fakten.

Noch einmal, die SPÖ steht keineswegs auf die Seite der Gentechnikbefürworter, aber viele der am 28. Juni 2011 präsentierten „Fakten“ sind so einfach nicht richtig oder aus dem Zusammenhang gerissen. Gentechnik kann ein Risiko für unsere Umwelt und unsere Ernährung darstellen, genau dies wird von vielen Mandataren der SPÖ auf Landesebene http://www.karinscheele.at/ aber auch europäischer http://www.karinkadenbach.at/ Ebene auch vertreten. Und es wird auch in den anderen Parteien Menschen geben, denen die Vermeidung von Gefahren durch Gentechnik ein wirkliches Anliegen ist.

Ein Gejammere über die „böse EU“ und die „bösen anderen Parteien“ wird aber weder zu einer Verbesserung der Konsumentenrechte noch für gesunde Nahrungsmittel sorgen. Und undifferenzierte Angriffe wie im letzten FPÖ Gemeindekurier dienen der Sache genauso wenig!

p.s. Warum erwähnt GGR Hintermayer in seinem Zeitungsartikel den Facebook Auftritt  von Bundeskanzler Faymann? Was hängt das mit dem Thema Gentechnik und der SPÖ Großweikersdorf zusammen? Wir werfen der FPÖ Großweikersdorf ja auch nicht vor, dass einzelne FPÖ Mandatare Waffen-SS-Symbole auf Ihrer Homepage plazieren oder Mitarbeiter vom blauen Nationalratspräsidenten Graf Kontakte zur Neonaziszene pflegen. Das wäre dann ja wieder die besagte Nazikeule, die mag man in der FPÖ überhaupt nicht.

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