Occupy-Proteste weltweit

Hunderttausende Menschen haben am vergangenen Wochenende weltweit gegen Macht und Auswüchse der weltweiten Finanzmärkte demonstriert. Die Proteste erreichten am Samstag nach Veranstalterangaben insgesamt 951 Städte in 82 Ländern, in Rom und in Lissabon gingen jeweils mehr als 100.000 Bürger auf die Straße, New York hält die Bewegung „Occupy Wall Street“ seit vier Wochen in Atem. Die Bewegung prangert die soziale Ungleichheit an und sieht in sich die 99 Prozent der Bevölkerung, „die nicht länger die Gier und Korruption von 1 Prozent der Bevölkerung hinnehmen wird“. Die Kritik richtet sich gegen einen zu starken Einfluss der reichsten Bevölkerungsschichten auf die Politik und Gesetzgebung (sogenannte Plutokratie) sowie eine zu banken- und wirtschaftsfreundliche Politik. Durch eine friedliche, längerfristige Besetzung der Wall Street sollen entsprechende politische Änderungen bewirkt werden.

Die Anti-Banken-Proteste haben bereits einen Effekt: Sie lösten auffallend hysterische Reaktionen seitens der Wall Street Banker aus, der Superreichen im Allgemeinen aber auch von Politikern, die zuverlässig die Interessen der Wohlhabendsten bedienen, obwohl diese gerade mal ein Hundertstel von einem Prozent der Bevölkerung stellen.

Doch es bewegt sich etwas. Längst nicht mehr nur in Nordafrika, wo die Aufstände Diktatoren stürzten. Es bewegt sich etwas, nun sogar bei uns in einigen Landeshauptstädten und in Wien. Tausende demonstrierten an diesem Wochenende auch in Österreich. Es waren mehr, als die nur lose organisierten Veranstalter zu hoffen gewagt hatten. Aus diesem Wochenende darf geschlossen werden: Den Schaden, den der Finanzkapitalismus in den von ihm dominierten Gesellschaften anrichtet und noch anzurichten droht, werden viele Bürgerinnen und Bürger nicht einfach hinnehmen – weltweit!

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