Kritik an Banken = Judenhass ???

Was hat die Kritik an Banken und Reichen mit der Judenverfolgung gemeinsam? Konkret bezieht diese Frage auf folgende Aussage von Finanziminsterin Fekter die sich gestern zu folgender Aussage hinreissen lies: „Außerdem bauen wir gerade enorme Feindbilder in Europa gegen die Banken und die Reichen, die Vermögenden auf. So was hatten wir schon einmal, damals verbrämt gegen die Juden, aber damals waren ähnliche Gruppierungen gemeint. Es hat das zwei Mal in einem Krieg geendet.“

Also noch einmal, ganz im Ernst. Was hat die Schreckensherrschaft der Nazis mit 6 Millionen ermordeten Juden mit der aktuellen Kritik an unserem Finanzsystem zu tun? Was haben die  Progrome und Übergriffe auf wehrlose Juden und Minderheiten vor und während dem zweiten Weltkrieg beispielsweise mit Kampagnen wie beispielsweise http://www.reichebesteuern.at/ oder http://www.financialtransactiontax.eu zu tun?


Derartige Aussagen von einem Spitzenrepräsentanten einer christlich-sozialen Partei und einem Mitglied der österreichischen Bundesregierung hätten wir nicht erwartet. Dieser Vergleich ist ein Hohn für die Überlebenden der Nazi-Gräuel und Angehörigen von Millionen von NS-Opfern.

Aber eines stimmt schon, gehetzt wird im Österreich des Jahres 2011 an vielen Orten. Ob es die verabscheungswürdigen Moschee baba Spiele der FPÖ sind oder die unglaubliche Anzahl von Kellernazis in dieser Partei, die immer wieder ihre Ideologie nach außen tragen. Aber auch außerhalb von Österreich versuchen viele Gruppen aufzuhetzen, sei es die Front National (FN) in Frankreich, welche um Wählerstimmen mit antieuropäischen und antiislamischen Parolen buhlt, die deutsche NPD die offen dem Nationalsozialismus nacheifert, die schweizerische rechtspopulistische Volkspartei, welche mit fragwürdigen Methoden versucht alles „nichtschweizerische“ auszugrenzen. Die Liste könnte noch beliebig fortgesetzt werden ….

In jedem anderen Land würde ein/e derartige/r PolitikerIn umgehend zurück treten, doch bekanntlich sind “wir” in Österreich und hier sitzt sogar eine wegen Verhetzung rechtskräftig verurteilte Abgeordnete (Susanne Winter, FPÖ) im Parlament oder gibt es einen Landeshauptmannstellvertreter in Kärnten (Uwe Scheuch, FPK), der in erster Instanz wegen eines Korruptionsdelikts zu einer Haftstraße verurteilt wurde. Von den anderen Korruptionsverdächten, die zahlreiche Politiker der schwarz-blau-orangen Regierungszeit betreffen, ganz zu schweigen. Es ist erschreckend, dass von einer Finanzministerin jene Bevölkerungsschichten, die für eine soziale Gerechtigkeit und gegen die immer größere werdende Schere zwischen Arm und Reich eintreten, mit den größten Verbrechern der Geschichte in einen Topf geworfen werden.

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