Einige Gedanken zu den aktuellen Krisen in der Welt

Nun schreiben schon erzkonservative Zeitungsmacher wie der Brite Charles Moore: „Die Kreditkrise hat gezeigt, wie Freiheit gekidnappt wird. Die Banken sind ein Spielfeld für Abenteurer, die reich werden, auch wenn sie Milliarden verfeuern. Die Rolle aller anderen ist, ihre Rechnung zu zahlen.“ Und er schreibt weiter: „Ich habe mehr als 30 Jahre gebraucht, um mir diese Frage zu stellen. Aber heute muss ich es tun: Hat die Linke doch Recht?» Und fährt fort: «Die Reichen werden reicher, aber die Löhne sinken. Die Freiheit, die dadurch entsteht, ist allein ihre Freiheit. Fast alle arbeiten heute härter, leben unsicherer, damit wenige im Reichtum schwimmen. Die Demokratie, die den Leuten dienen sollte, füllt die Taschen von Bankern, Zeitungsbaronen und anderen Milliardären.“

Der Grund für den enormen Erfolg der Rechten und der Grund ihrer Radikalisierung ist in einem einzigen Wort zu finden: Einfachheit. Sie haben ein Rezept für jedes Problem – und fast immer nur eines. Damit sind sie perfekt gewappnet für eine stetig komplexere Welt.

Es ist kein Zufall, dass die Finanzmärkte in den letzten 15 Jahren die Treiber der Politik sind. Vor der Krise wurden sie von der Politik umworben, nach der Krise mit tausenden Milliarden (von uns Bürgern) gerettet. Heute jagen sie die verschuldeten Retter. Und treiben die reichsten Staaten der Welt in den Bankrott!

Es sind immer die Rezepte der Rechten, die in diese Krise geführt haben. Schon allein, weil sie darin so erfolgreich waren, dass sie zu allgemeinen Wahrheiten (leider auch für viele sozialdemokratische Politiker) wurden.

Doch was passiert nun mit der Rechten? Sie radikalisiert sich weiter, nicht nur in Europa. Sie besäuft sich an ihrer eigenen Einfachheit. Und ihre Antworten auf komplexe Fragen sind oftmals unverhandelbar kurz: Budgetkürzungen? Immer gut. Steuergeschenke? Immer gut. Defizit? Des Teufels. Sozialprogramme? Des Teufels. Renten, medizinische Versorgung? Des Teufels. Wir beschäftigen uns lieber mit „Ausländer raus“ Themen oder machen die sowieso ärmsten Sozialhilfeempfängern automatisch zu Sozialschmarotzern.

Und das alles passiert legitimiert von uns Wählern und obwohl es so viele gute Alternativen gäbe! Wenn wir wollen, dass unsere und unserer Kinder Zukunft besser und nicht schlimmer wird, dann sollten wir auch an diese Alternativen denken!

Und so schade es auch ist, für komplizierte Fragen gibt es keine einfachen Antworten ….

Veröffentlicht von michaelmrak

Learn from the past, dream of the future and live in the present.

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