Das Rechtsverständnis der FPÖ

Ende vergangener Woche wurde wie die Homepage der FPÖ gehackt.  In einer Erklärung begründeten die Verantwortlichen ihre Aktion unter anderem damit, dass die freiheitliche Partei „Feind der Demokratie und der universalen Menschenrechte“ sei. Soweit so gut, eine der mittlerweile ja bekannten Aktionen von Anonymous über die man durchaus geteilter Meinung sein kann. Es wurden auch einige der dort gefundenen Telefonnummern und E-Mail Adressen von FPÖ-Politikern im Internet veröffentlicht, allerdings behauptet Anonymous nicht für diese Veröffentlichungen verantwortlich zu sein.

FPÖ-Chef Heinz Christian Strache bemühte sich offenbar persönlich die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen und veröffentlichte am Montag kurzerhand auf seiner öffentlich einsehbaren Facebook-Seite das Bild und den Profil-Link eines jungen Mannes, der „offensichtlich und mutmaßlich mit dem Handydiebstahl“ zu tun habe. Der beschuldigte Herr S. erfuhr von seiner Zur-Schau-Stellung selbst erst durch Benachrichtigungen von Bekannten. Sein einziges Vergehen bestand übrigens darin einen Hinweis auf den erfolgten Hack auf Facebook zu posten, so wie viele andere es auch taten und man in allen Medien lesen konnte. Der öffentlich an den Pranger gestellte Herr S. lebt übrigens in Deutschland. Er hat nach eigenen Angaben überhaupt nichts mit dem Hack der FPÖ Homepage oder mit der Gruppe Anonymous zu tun.

Sieht so das Verständnis der FPÖ für den Rechtsstaat aus? Werden wir jetzt auch an den Pranger gestellt, weil wir über den Hack der FPÖ Homepage berichten?

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