Wie man seine Heimat und sein eigenes Leben versaut

Vielerorts, vor allem aufgehetzt von politischen Vertretern am rechten Rand unseres Verfassungsbogens, wird über „die Ausländer“ und wie diese unsere schöne Heimat versauen geschimpft. Nun befinden wir uns in unserer Heimatgemeinde in der Situation, dass es hier praktisch keine Ausländer gibt, Zustände und Konflikte, wie sie in einigen Wiener Gemeindebezirken vielleicht zu finden sind, gibt es bei uns nicht. Umso interessanter ist es, wenn man sich ein wenig umsieht und mit offenen Augen durch unsere Gemeinde geht. Ein paar Beispiele gefällig?

Einkaufswagerl in der Schmida

Einkaufswagerl von Billa finden sich ungefähr im Bereich der Ordination von Dr. Benzcak in der Schmida.

Parkbankdekoration

Müllablagerungen werden regelmäßig auf der Parkbank vor der Holzbrücke über die Schmida angelegt.

Einladende Parkbank

Hier stellt sich die berechtige Frage, wer denn jetzt die Heimat versaut? Es werden wohl Einheimische sein, welche sich hier regelmäßig treffen. Dass die Holzbrücke über die Schmida in regelmäßigen Abständen mit Füßen malträtiert wird, es damit für Kleinkinder teilweise gefährlich wird (weil sie von der Brücke in die Schmida fallen können, wenn Teile des Brückengeländers weggerissen werden) sei nur am Rande erwähnt, auf die finanziellen Schäden dieses Vandalismus sei hier gar nicht weiter eingegangen. Sinnleere, letztendlich nur ordinäre „Graffiti“s, die ihren Namen nicht verdienen (z.B. im Bereich der Unterführung unter die B4) runden die „Verschönerungsmaßnahmen“ in unserer Gemeinde ab. 
Warum greift diese „Scheissdrauf“ Mentalität bei einigen unserer jungen Mitbürger um sich? Damit meine ich nicht, dass es „früher besser war“. Vielmehr scheinen die Aktivitäten mancher Jugendlicher heute nur noch selbstzerstörend (Party bis zur Bewusstlosigkeit, Komasaufen, schwachsinnige Mutproben, früher ungeschützer Sex u.s.w.) zu sein, wodurch sich eine Generation von „Verlierern“ entwickelt, welche sich letztendlich selbst alle Chancen auf Selbstverwirklichung und sinnerfülltes Leben für ihre Zukunft raubt. Ich finde das weniger empörend, vielmehr sehr traurig. Auch weil die besten Angebote an Bildung und zu Freizeitaktivitäten bei dieser Gruppe von jungen Menschen absolut ins Leere führen weil sie nicht angenommen werden und sie dadurch, mangels politischer Allgemeinbildung, auch für populistische Rattenfänger am extremen politischen rechten Rand empfänglich werden. Weil es aus einer frustrierten Emotion natürlich dann auch leichter ist, in den Chor einzustimmen und über noch schwächere (Ausländer, Fremde, Bedürftige) Menschen in unserer Gesellschaft zu hetzen.
Natürlich könnte man jetzt antworten und sagen „Was will man erwarten von einer Generation, die mit Big Brother oder dem Dschungelcamp aufwächst?“ Und die vielleicht Eltern hat, die dies auch zulassen und lieber die Lehrer verklagen als sich mit ihnen über die Probleme der Kids auseinanderzusetzen? Um hier etwas zu verbessern sollte ja unter anderem die Politik da sein. Aber ohne den Willen der Betroffenen wird auch die Politik nichts verbessern können. Wenn die Angebote nicht angenommen werden, helfen die besten Bildungsbudgets und Maßnahmen zur Jugendförderung auch nichts. Gibt es eine Lösung?
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