Sicherer Umgang mit Sozialen Netzwerken im Internet

Wohl kaum ein Medium hat in den letzten 15 Jahren so rasch an Bedeutung gewonnen wie das Internet. Die Menschen heute sind vernetzt – theoretisch könnte jeder jeden anderen erreichen, sofern er nur mit dem Internet verbunden ist. Auf diese Weise ließe sich alles mit jedem teilen und jeder könnte über das gleiche Wissen verfügen, wenn er es denn wollte. Dahinter verbergen sich enorme Chancen, weil auch der Zugang zu Wissen und Bildung damit praktisch jedem Menschen zugängig ist.

Teilen wir heute noch unsere Freizeitaktivitäten im Nachhinein mit anderen, wäre es durchaus vorstellbar, dass dies in naher Zukunft live geschieht. Galt das Internet früher noch als Grund der Vereinsamung von Menschen, so ist es heute im Grunde das Gegenteil, es führt viele Menschen zusammen. Das Internet ist auf dem Weg, von der statischen Informationsquelle, die es einmal war, zu etwas zu werden, das die Welt ein Stück näher zusammenwachsen lässt, auch wenn dies keineswegs völlig unkritisch betrachtet werden darf und hier durchaus Gefahren schlummern.

Ein wesentlicher Trend seit mehreren Jahren sind die sozialen Netzwerke. Jeder soll auf Facebook, Twitter, Xing und Co. ein Profil haben, ansonsten ist man out. Die Anmeldung ist sehr einfach und meistens kostenlos. Das Profil kann mit Fotos und Texten dekoriert werden. Wichtig ist, dass man sich mit anderen Profilen vernetzt und so diese auch anschauen sowie kommentieren kann. Soziale Netzwerke sind sehr praktisch, es ist relativ einfach, Gleichgesinnte zu finden und sie in die Freundesliste aufzunehmen. Auch bestehende Freundschaften können so über große Distanzen gehalten werden. Aber nicht nur für private Personen ist es von Nutzen soziale Netze zu verwenden, sondern auch für die Geschäftswelt. So besteht die Möglichkeit ein Beziehungsgeflecht mit anderen Geschäftspersonen, Lieferanten, Kunden aber auch potentiellen Arbeitgebern aufzubauen. Dies kann für die eigene Karriere sehr hilfreich sein, denn man hat erwiesenermaßen mehr Erfolg, wenn man gut ausgebaute Beziehungen hat.

Viele Menschen sind sich allerdings nicht bewusst, dass soziale Netzwerke keine Privatsphärenbereiche sind, sondern öffentlich zugänglich. Somit stellen sie sensible Daten in ihr Profil, die später einen Nachteil für sie haben könnten. Deshalb ist es erforderlich, den verantwortungsvollen Umgang mit seinen persönlichen Daten zu lernen. Denn das grösste Sicherheitsrisiko im Internet ist und bleibt der Mensch. Das Grundproblem liegt darin, dass die meisten Menschen zu gutgläubig sind. Schon das Hinzufügen eines Kontakts ohne die Identität des Gegenübers zu verifizieren stellt ja ein unüblich hohes Niveau an Vertrauen dar.

Damit sie in sozialen Netzwerken sicher unterwegs sind empfiehlt es sich daher folgende Tipps zu berücksichtigen:

  1. Weniger ist besser: Geben Sie nur Daten, Fotos oder Videos von sich preis, die sie theoretisch allen Internet-Nutzern mitteilen würden. Das Internet ist wie eine große Aushangtafel in der Kantine ihrer Firma oder an der Uni. Die kuschelige Atmosphäre und die vertraute Ansprache mit „Du“ täuschen: Facebook und Co. sind kein geschlossener Verein. Dort kann jeder Mitglied werden, ohne Eingangskontrolle.
  2. Flunkern Sie ruhig mal: Statt Ihres Namens können Sie sich auch mit Pseudonym auf einer Plattform anmelden. Solange Ihre echten Freunde wissen, wer sich dahinter verbirgt, ist das kein Problem. Bei allen anderen neuen „Freunden“ in einem Netzwerk können Sie dann fallweise entscheiden, wie viel Persönliches Sie preisgeben wollen.
  3. Schützen Sie ihre Privatsphäre: Jede Plattform bietet umfangreiche Einstellmöglichkeiten für die „Privatsphäre“ oder „Privacy“ der Daten ihrer Nutzer an. Studieren Sie diese genau und nutzen Sie den gewünschten Schutzgrad.
  4. Tricksen Sie die Werber aus: Soziale Netzwerke sind keine Wohltäter sondern Unternehmen, die selten Gebühren nehmen und daher auf Werbung angewiesen sind. Das einzige Kapital sind die Profildaten der Nutzer, die sich verkaufen lassen. Wenn Sie Ihr Profil mit „Schrottinformationen“ anreichern, führen Sie zielgerichtete Werbung in die Irre. Wenn Sie maßgeschneiderte Werbung schätzen, sollten Sie natürlich nicht flunkern. Es ist Ihre Entscheidung, wie viel Ihre Daten Ihnen wert sind und was Sie im Gegenzug dafür erhalten.
  5. Trennen Sie Ihre Rollen: Für jede Plattform sollte man sich auf eine soziale Rolle festlegen, etwa „Student“ bei StudiVZ oder „Angestellter“ bei Xing. Entsprechend sollten nur die Daten eingegeben werden, die zu der entsprechenden Rolle passen. Wer gerne Musik macht, kann sich darüber bei Myspace ausbreiten, den Lebenslauf sollte man nur bei Xing komplett hochladen.
  6. Verwenden Sie unterschiedliche E-Mail-Konten: Nutzen Sie nicht immer die gleiche E-Mail-Adresse zur Anmeldung bei sozialen Netzwerken. Denn bei Myspace, Facebook und Lokalisten lassen sich Nutzer auch anhand ihrer E-Mail-Adresse identifizieren. Die Firmen E-Mail Adresse sollte man in sozialen Netzwerken grundsätzlich vermeiden.
  7. Das Internet vergisst nichts: Lesen Sie die AGB der Anbieter. Können Sie Ihre Daten bei Verlassen der Plattform komplett löschen? Falls nicht, können Sie immer wieder von Suchmaschinen gefunden werden. Aber selbst nach dem vollständigen Löschen können spezielle Suchdienste alte Daten noch Jahre später anzeigen. Wussten Sie, dass Ihre Daten auf Facebook selbst bei Löschung ihres Benutzeraccounts NICHT gelöscht werden?
  8. Auch fremde Spuren führen zu Ihnen: Datenspuren können auch von andern gelegt werden: Wenn ein Foto bei Facabook mit ihrem Namen markiert wird, weil sie auf dem Bild sind oder auch nicht, tauchen Sie damit ungefragt und ohne eigenes Zutun in Resultaten von Suchmaschinen auf.
  9. Bleiben Sie am Ball: Googeln Sie sich regelmäßig selbst. So können Sie überprüfen, was über Sie im Netz bekannt ist. Nutzen Sie auch Personensuchmaschinen wie Yasni. Dort sehen Sie auf einer Seite alles, was es über Sie gibt
  10. Überlassen Sie Ihre Kinder nicht sich selbst: Soziale Netzwerke wenden sich auch schon an Minderjährige. Eltern sollten daher ein Auge darauf haben, was ihr Nachwuchs von sich preis gibt. Reden Sie mit Ihren Kindern darüber!

GR Michael Mrak auf Facebook: http://www.facebook.com/michael.mrak

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